Die böse Spritze bei der Lumbalpunktion

Die böse Nadel bei der Lumbalpunktion – ist nur die Frage, ob für Schatzi oder für mich?!

Vor der Lumbalpunktion mit Knochenmarksbiopsie hatte ich wirklich große Angst. Als Kind wurde bei mir mal ein Nerv getroffen, sodass ich fast 2 Monate kaum sitzen konnte. Aber damit will ich keine Angst machen. Das Risiko besteht zwar, aber ist tatsächlich sehr selten. Vor allem in Kliniken, die diese Untersuchung sehr häufig machen. Aufgrund meiner Angst habe ich darüber nachgedacht, die Untersuchung nicht durchführen zu lassen. Laut Frau Dr. Ständig-Lächelnd kann Morbus Hodgkin in „seltenen Fällen“ auch in das Rückenmark übergehen. Die Wahrscheinlichkeit an Morbus Hodgkin zu erkranken ist schon dermaßen gering, es müsste also mit dem Teufel zugehen, wenn es so wäre. Aber für die Behandlung ist die Information dennoch von großer Bedeutung, weshalb ich um die Untersuchung also nicht drumrum komme. Also machen wir die Lumbalpunktion mit Knochenmarksbiopsie.

Bei der Lumbalpunktion wird Nervenwasser entnommen. Hierbei handelt es sich um eine klare Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umspült. Es dient dazu, Erschütterungen abzufedern. Und bei entzündlichen Erkrankungen oder eben Tumoren im Nervensystem verändert sich die Zusammensetzung der Nervenwassers. Für die Untersuchung verwendet man eine Hohlnadel, die ungefähr 15-20 cm lang ist und führt sie im Lendenwirbelbereich durch den Wirbelzwischenraum im Wirbelkanal ein. Das Nervenwasser kann dann abfließen und untersucht werden.

Zusätzlich wurde bei mir dann auch noch Knochenmark biopsiert. Dies wird gemacht, wenn Verdacht auf Blutarmut und Leukämie besteht bzw. wenn man es ausschließen möchte. Blutarmut ist bei Morbus Hodgkin allerdings nicht unüblich, geht jedoch auch schon aus dem Blutbild hervor.
Am hinteren Beckenkamm wird mit der bereits vorhandenen Öffnung durch die Hohlnadel dann das Mark raus gestanzt. Nun aber zu meiner Untersuchung:

Schatzi war so lieb und hat sich Urlaub genommen, um mich zu begleiten. Als ich aufgerufen werde, kommen direkt Paniktränen. Ich habe wirklich große Angst. Für die Untersuchung gibt’s normalerweise keine Beruhigungstablette mehr. Lediglich eine örtliche Betäubung ist notwendig. Ich lege mich also seitlich auf eine Liege, Schatzi vor mir meine Hand haltend und los geht’s. Die örtliche Betäubung tut natürlich etwas weh, aber wenn ihr an diesem Punkt des Untersuchungsmarathons angekommen seid, wurde euch schon x-mal Blut abgenommen und mindestens einmal eine Vene zerstochen, da tut diese Spritze schon fast nicht mehr weh. OP-Deckchen über die Hüfte und los geht’s. Es tut weh! Das brauch man gar nicht schön reden. Der Schmerz ist anders, als das was man sonst so kennt, weil er direkt durch den Knochen geht und es fühlt sich ungewohnt komisch an, wenn jemand im Becken herumdreht um Knochenmark raus zu befördern. Aber es ist auf jeden Fall auszuhalten, ruhig atmen, Schatzis Hand drücken. Es dauert auch gar nicht so lange, vielleicht 20 Minuten. Bei dem ersten Anlauf klappt es nicht, genügend Material von mir sicherzustellen, weshalb der Assistent noch einmal ansetzen muss. Zu viel für Schatzi, der nur sagt: „ich glaub, ich muss raus“. Ich schaffe den Rest alleine, der Assistent versucht mich aufzubauen, weil ich noch immer etwas vor Angst weine (nicht weil es so wehtut). Geschafft. Man kann direkt aufstehen und gehen, noch wirkt nämlich auch die Betäubung gut. Also muss ich Schatzi erstmal suchen. Seine Hautfarbe ist aschfahl bis gelb, seine Stirn klitschnass. Der Arme. Aber wir haben was zu lachen. Gott sei Dank ist alles gut gegangen, allerdings weiß er nun, dass eine Arzt-Karriere nicht mehr in Frage kommt und sagt mir schon jetzt, dass er leider nicht mit in den Kreissaal kommen kann. Das wollen wir erstmal sehen. Die Ergebnisse des Nervenwassers sind in der Regel innerhalb von 3-4 Tagen da, das der Knochenmarkbiopsie dauert etwas länger.

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