Port – die Erleichterung in der Chemotherapie

Nach meiner Recherche im Internet, war ich überzeugt davon, dass ein Port in der Chemotherapie die Behandlung erheblich positiv beeinflussen kann und so wurde die Portimplantation bei mir auf eigenen Wunsch veranlasst.

Sämtliche Kosten für den Port werden auch von der Krankenkasse übernommen. Sollte euch eure persönliche Dr. Ständig-Lächelnd nicht von allein über diese Möglichkeit aufklären, fragt an, ob ihr einen Port bekommen könnt.

Ausschlaggebend war für mich, dass ich bereits während der Zeit mit Fibromyalgie häufig Nadeln gelegt bekommen habe und auch während des Untersuchungsmarathons leider immer wieder Venen bei mir zerstochen wurden. Ich bin 163 cm groß und wiege 48 Kilo zur Zeit, ich habe niedrigen Blutdruck und bei mir regelmäßig eine Vene zu finden, ist etwa so wie beim Bingo zu gewinnen. Für hin und wieder Blutabnehmen kein Problem, aber in der Chemo wird man lange Zeit am Tropf verbringen und auch Bluttests werden regelmäßig durchgeführt.

Also, was ist ein Port? Der Port ist sowas wie eine Andockstation, die in den Körper unterhalb des Schlüsselbeins in Nähe der Schulter implantiert wird. Sie ist mit einer großen Vene durch einen Schlauch verbunden. Die Andockstation ist ein dreieckiger Körper, der eine Membran besitzt, durch die bei Bedarf mit einer speziellen Nadel (die hat aber jedes größere Krankenhaus auf jeden Fall) von außen unter dem Schlüsselbein eingestochen werden kann, ohne dass dabei immer erst eine Vene gesucht werden muss. Geniale Erfindung! Klar muss ich wieder unters Messer, aber auf eine Narbe mehr – ihr erinnert euch an die auf der linken Seite des Halses – kommt es jetzt auch nicht mehr an. Meine Narbe links ist übrigens schon nach 1 Woche sehr gut verheilt, nur noch teilweise Schorf und sehr dünn. Sie ist ca. 5 cm lang, aber ich denke, dass man sie später nicht mehr so sehr sehen wird. Ich habe aus der Apotheke übrigens eine tolle Creme empfohlen bekommen, die man direkt 2 Tage nach der OP verwenden kann. (mehr dazu bei Beauty)

Zurück zum Port. Auch diese OP erfolgt ambulant und kann sogar ohne Narkose durchgeführt werden. Wer große Angst hat, bekommt Propofol zum schlafen. Ich hatte große Angst, hab´s dennoch ohne Propofol gemacht und gut überstanden. Dr. Metzger (er war groß und breit und hatte eine Röntgenschürze um, sodass er aussah wie ein Metzger) hat alles gut beschrieben und innerhalb von 2 h konnte ich zurück auf mein Zimmer. Die OP selber hat jedoch nur 45 min gedauert. Da ich nichts zum schlafen bekommen habe, kann ich nach einer halben Stunde auch schon wieder gehen. Wenn die Betäubung nachlässt, hat man schon ein Spannungsgefühl an der Stelle und man hat Angst, sich zu bewegen. Schon wenige Tage später kann man sich aber deutlich freier und schon bald ohne Einschränkung bewegen.

So und danach? Für die Schwestern ist die Handhabung mit dem Port total easy. Vor allem Schwester Flip-Flop freut sich unheimlich darüber, dass sie nicht, wie bei den anderen Patienten stundenlang verzweifelt die Venen suchen. An jedem Tag an dem ich da war, habe ich mitbekommen, was für eine Qual es ist, keinen Port zu haben – jedes Alter vertreten! Der Port wird mit der speziellen Nadel einfach von außen in seiner Membran angestochen. Das tut so weh, als wenn man sich die Augenbrauen zupft – also fast gar nicht. Pflaster drauf, Chemo rein. Man kann die Nadel sogar „liegen lassen“, das heißt in den ersten drei Zyklustagen muss nicht neu gestochen werden. Einfach direkt loslegen. Auch der Rückfluss funktioniert bei mir super, man kann also sogar Blut abnehmen ohne mich zu piksen. Ich bin hellauf begeistert!

Ich verstehe die Bedenken darüber, einen Fremdkörper in sich zu tragen. Weil ich schmal bin, sieht man es sogar von außen, ich merke es auch bei Bewegungen noch. Und klar gibt es bei jeder OP Risiken – aber lest euch mal die Beipackzettel der Medikamente durch, die ihr bald nehmen müsst. Nach der Chemo kann das Teil ja dann auch wieder raus und meine Venen sind nicht vernarbt, hart oder entzündet. Mein Tipp: Lasst euch einfach mal beraten – Nein sagen kann man immer noch!

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