Haarmission die II. – Hulky & Schatzi und das IKEA-Schneidebrett

10 Tage nach der Chemotherapie habe ich also noch immer keinen gravierenden Haarausfall. Natürlich fasse ich mir schon seit einigen Tagen regelmäßig in die Haare, bin dann aber doch froh, dass es ganz gut hält. Die Freude über meine noch vorhandenen Haare kann Schatzi aber leider so gar nicht teilen, da er schon seit Tagen sehnsüchtig darauf wartet, mir die Haare kurz zu schneiden. Und als dann auch Hulky, Schatzis Bruder, der uns über die paar freien Tage besucht, die Augen bei dem Gedanken leuchten, mir JETZT die Haare zu schneiden, ist mein Widerstand also gebrochen.

Gesagt, getan! Bekannter Friseurumhang wieder um den Hals. Bobfrisur – wir wollen nicht gleich übertreiben – aus dem Internet gesucht. Tränchen kullern, so cool find´ ich es dann doch irgendwie nicht mehr. Das Problem ist aber nicht, dass sie kürzer werden, sondern der Gedanke, dass ich bald einfach mal gar keine Haare mehr auf dem Kopf habe. Genug geheult, ich fange mich wieder, kann also losgehen.

Schatzi setzt die Schere an und schnippelt und schnippelt und schnippelt und schnippelt und – jap, ich hab´ halt dickes Haar – das dauert ehe man den Zopf dann durch hat. Und dann hab´ ich es in der Hand: das dicke, 15 cm lange, schwarzblaue Haarbüschel. Hulky fragt, ob ich es aufheben will. Bäh, wer macht denn sowas? Ich will doch mein totes Haar nicht irgendwo im Nachtschrank liegen haben. Also ab in den Müll und Schnitt in den schrägen Longbob bringen.

Dies stellt sich dann doch als schwieriges Unterfangen heraus. Wir stellen fest, dass es besser ist, die Haare nass zu machen. Ich wasche also fix mein Haar und inzwischen haben Hulky und Schatzi ihr Repertoire an Schneidwerkzeug erheblich erweitert. Hulky hält nun also unter meine Haare das #Gummi-Ikea-Schneidbrett (ich verwende das rote ausschließlich für Fleisch und das grüne für Obst und Gemüse) und Schatzi kämmt das Haar glatt auf das Brett. Versucht dann, eine imaginäre schräge Linie in mein Haar zu schneiden. Oh man, das kann doch nur schief gehen! Die beiden sind völlig vertieft in dieses Vorhaben, freuen sich unheimlich, als es dann fertig ist.

Und siehe da: Aus Svetlana wird Julie, die Französin! Ich sehe erneut völlig verändert aus und freue mich über das tolle Gefühl der Kontrolle. Ich entscheide, was passiert und wie es mir geht – okay, in diesem Fall haben Schatzi und Hulky vielleicht etwas nachgeholfen, aber ich will euch sagen: Krebs zu haben, wird mein und auch euer Leben nicht mehr als nötig beeinflussen, wenn wir es nicht zulassen!

Und deshalb braten wir jetzt Burger und trinken alkoholfreies Mangobier! (Wie geil ist das denn bitte???) Schatzi macht die Burger-Brötchen immer selber und die sind wirklich sensationell! Zwar schmeckt seitdem kein anderer Burger mehr annähernd so gut, aber was soll´s.

Genießt den Rest des Tages, ihr Hübschen!

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