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Ich bin dann mal „out of order“ – Abschied in den 2. Chemotherapie-Zyklus

Erster Zyklus Chemotherapie geschafft! Augenscheinlich lief es ja ganz gut, lief’s tatsächlich. Ich hatte eine tolle letzte Woche, vielen Dank an alle Beteiligten! Hin und wieder war ich mal müde, mal bisschen Kopfweh, Hitzewallungen, Übelkeit. Aber halt eben nur „hin und wieder“. Meine Schleimhäute sind weiterhin sehr trocken, aber schmecken konnte ich die letze Woche gut und das habe ich wahrhaftig ausgenutzt! Calamares bei Vitamin-Mum, Lammfilet und Aperol-Spritz bei Super-Dad, Sushi mit Schatzi, scharfe Scampipizza mit Oma und Opa. Ich sollte die nächsten 2 Wochen ohne Geschmack also verkraften und hoffe, dass er in der 3. Woche wieder da ist.

Aber nun muss ich mich verabschieden, in den 2. Zyklus. Die Medikamente hab‘ ich besorgt. Auch die neue Menopausenspritze. Hab‘ sie ja gut vertragen. Spuckschüssel steht wieder neben dem Bett. (Ich drücke schon jetzt die Daumen, dass diese auch diesmal unbenutzt bleibt!) Tops gewaschen, weil ich ja wieder 3-4 am Tag brauche. Zahnbürste gewechselt – in der Chemo soll man das häufiger als sonst. Ich scheine vorbereitet, aber ob ich das wirklich bin?

Also dann: Tschüss Sushi, Tschüss Süßigkeiten, Tschüss Pinot Grigio, Tschüss Geschmack im Mund, Tschüss Powergefühl, Tschüss gute Laune – Halt Stop, du bleibst hier!

Wie im letzten Zyklus werde ich die nächsten 3 Tage „out of order“ sein. Morgen um 9:00 Uhr sitze ich wieder 4 h, die darauffolgenden Tage ca. 1,5 h, gegenüber von 4 und neben 3 anderen, die mein Schicksal teilen. Ob sie auch Angst vor morgen haben? Ich habe Angst. Davor, dass es nicht so gut wird. Und davor, dass ich Schmerzen habe. Spucken muss. Krank werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass es mir schlechter gehen wird, ist hoch. Je mehr Lillis sterben, desto mehr gesunde Zellen werden angegriffen. Desto schlechter wird es mir also gehen – so die Theorie.

Aber das wollen wir erstmal sehen – alles eine Frage der Einstellung, richtig? Gut Lilli, dann stell dich darauf ein, dass du stirbst! Und je schlechter es MIR geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es DIR schlecht geht! Ich bin stärker als du und wenn ich spucke, dann lache ich, weil in dem Moment ist wieder ein Teil von dir gestorben! Und niemand wird dir hinterher trauern. Ich werde darauf anstoßen, mit Ingo, Ingersirup mit Sekt. In der 3. Woche, wenn es mir wieder gut geht.

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