Pawlow? Was will der denn jetzt?

Schon Tage zuvor war da der Gedanke an Montag, den 5. Zyklus. Der so schlimm werden wird, wie alle prophezeiten. Also übte ich mich mit Burger, Lieblingspizzeria, einem Besuch im Hamam mit Abschluss im Hooters inklusive Pina Colada in gewohnter Kompensationstechnik. Gut, ein kleines Tränenbad am Sonntag Morgen aus Angst blieb dennoch nicht aus, trotzdem fühlte ich mich gewappnet.

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte 7/10

7/10 krebstaugliche Wohnung

Ich hab´ mich nicht vorbereitet. Hat mir ja auch keiner gesagt. Da bin ich also im ersten Zyklus und, super (Ironie), stelle also fest, was alles fehlt.

Konnt´ ich doch nicht ahnen, dass man nun so doll schwitzt, dass man 2 Bettdecken und Kissen braucht. Nicht Bezüge, die braucht man auch, aber ich meine das richtige Bettzeug. Ist das erste nämlich so klitschnass als hätte man ´ne Flasche Wasser´drüber gekippt, muss ich es austauschen. Geht nicht anders, es ist zu nass um weiter drin zu schlafen und umdrehen hilft nicht, die Decke ist einfach durch. Als lege ich es zum Trocknen auf´s Sofa und nehme mir das frische. Gott sei Dank besitze ich überhaupt ein weiteres und auch einen guten Matratzenschoner, sonst müsste ich mir nach der Chemo sicher auch gleich eine neue Matratze kaufen.

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Ich würd´ gern eben die Bestrahlung gegen einen Motivationskick tauschen. Hier ist die Quittung.

Woche 3 in Zyklus 4. Was das bedeutet, ist klar: Rucki-Zucki treffen mit Erdbeer-Mojito und Weinschorle, Zeit vertreiben oder besser: Geld ausgeben bei Ikea. Frikadellen hab´ ich für Fetti gemacht. Meine ersten und wie er sagt: die besten, die er je gegessen hat. Und wenn er das sagt, dann kann man wahrhaftig stolz sein. Was Essen angeht, denkt er nämlich er wär´ Christian Rach oder Jumbo, was die Portionen angeht. Und rote Pumps gekauft, für den Salsa-Schnupperkurs am Freitag mit Schatzi. Die Laukart und ihr Anhang kommen auch mit, das wird witzig. Heute hab´ ich außerdem Latte Frappé getrunken. Und Sonntag gehen wir in den Zoo. Fetti, Schatzi und ich. Verrückt, was man alles macht, wenn man zu viel Zeit im Leben hat. Sag ich noch zu euch: „Versucht nicht nachzuholen, was ihr die anderen Wochen denkt verpasst zu haben“, bin ich vermutlich die Königin darin, diesen Ratschlag zu überhören.

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte 6/10

6/10 Küche vorbereiten – Ernährung in der Chemotherapie

Essen und Trinken sind in der Chemotherapie wichtiger denn je. Ich brauche nun Kraft und muss den Chemococktails und sonstigen Chemiebomben etwas entgegensetzen können. Weil ich häufig müde und kaputt sein werde, sind schnell zuzubereitende Mahlzeiten nun voll mein Ding. Darauf kann ich mich gut vorbereiten, super.

Auf die Verbote, an die ich mich halten könnte, wenn ich denn wollte, pfeiff´ ich übrigens. Im Vordergrund steht, dass ich mich wohl fühle. Wie soll das den ohne Fleisch, Fisch und Käse gehen?  Eben. Geht nicht. Also lass´ ich das und im Zweifel spuck´ ich dann auch gerne von einer fettigen Pizza, als 4 Monate auf sie zu verzichten.

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Thrombozyten nasche ich nicht so gerne

Gestern hab´ ich mich noch zusammengerissen und nicht versucht die letzten 2 Wochen an einem Tag aufzuholen. Heute aber dann auf 14 cm Plateau-Sandalen, mit viel Schminke, gewaschenem Selbstwertgefühl (Perücke) und sogar Body-Glitzer-Spray. Erst für Frau Dr. Ständig-Lächelnd und die Schwestern, die das Blutbild machen, später für Frau Tzatziki und zu guter Letzt auch noch für die Pinots.

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Wenn man tötet, wird´s halt blutig – Bluttransfusion

„Alles in Ordnung mit Ihnen?“ Ich kann kaum noch hören, hab´ die Düsenjets wieder auf den Ohren, sehe nur noch verschwommen. Lieber kurz auf den Boden setzen, ich kenn´ das ja schon. Die Schwestern in der Ambulanz wohl nicht. „Kann mal jemand einen Rollstuhl holen?“ ruft ´ne Schwester. „Kann mal jemand nicht so´n Trara machen“, denke ich.

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte – 5/10

5/10 Abschiedsparty schmeißen

Oh, gewiss ist mir erstmal nicht nach Party zumute, als ich die Diagnose Morbus Hodgkin erhalte. Hätte mir jemand gesagt: „Und jetzt schmeißt du erstmal ´ne Party“, alter Schwede, dem hätte ich aber ´n Vogel gezeigt! Als wenn ich jetzt nichts Besseres zu tun hätte?!

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Nun gehts mir schlecht. Na und?

Aktuelle Lieblingsposition? Beine auf dem Sofa, Oberkörper auf dem Fußboden! Der 4. Zyklus rüttelt außerdem ordentlich am Übelkeitsbaum. Nach dem Essen ist mir grundsätzlich schlecht, Hunger hab´ ich trotzdem. Kortison ist echt ein Teufelszeug. Knochen schmerzen, der Weg zur Toilette erinnert mich an den Marathon, den ich im Leben niemals laufen werde. Finger kribbeln, sind leicht taub. Kommt vom Oncovin (Vinchristin) am 8. Tag. Kann man absetzen, werd´ ich vielleicht. Herzrasen hab´ ich, vermutlich weil ich mich an die Lebensmitteleinschränkungen, die das Natulan mit sich bringt, nicht halte. Wenn es danach gehen würde, dürfte ich nämlich nichts mehr essen. Da soll mein Herzchen lieber ein bisschen höher hüpfen, als dass ich auf Fleisch, Fisch UND Käse verzichte. Nebenwirkungen hin oder her.

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Sea Band in der Chemotherapie

Und täglich grüßt das Murmel…äh…und alle 3 Wochen grüßt die Chemotherapie. Halbzeit übrigens, Zyklus 4 von 6. Daumen drücken, dass die Übelkeit nicht grüßt. Verlassen will ich mich darauf allein aber nicht, deshalb versuche ich zusätzlich ein neues Hilfsmittel namens Sea Band.

Hierbei handelt es sich um zwei Akupressurarmbänder, die ursprünglich gegen Reiseübelkeit konzipiert wurden. Bei den Tests fand man jedoch heraus, dass es gegen jegliche Arten von Übelkeit hilft – auch bei morgendlicher Übelkeit durch die Schwangerschaft und eben gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Jippie.

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