Sea Band in der Chemotherapie

Und täglich grüßt das Murmel…äh…und alle 3 Wochen grüßt die Chemotherapie. Halbzeit übrigens, Zyklus 4 von 6. Daumen drücken, dass die Übelkeit nicht grüßt. Verlassen will ich mich darauf allein aber nicht, deshalb versuche ich zusätzlich ein neues Hilfsmittel namens Sea Band.

Hierbei handelt es sich um zwei Akupressurarmbänder, die ursprünglich gegen Reiseübelkeit konzipiert wurden. Bei den Tests fand man jedoch heraus, dass es gegen jegliche Arten von Übelkeit hilft – auch bei morgendlicher Übelkeit durch die Schwangerschaft und eben gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Jippie.

Einen Erfahrungsbericht über das Sea Band habe ich zwar nicht gefunden, aber eine wissenschaftliche Studie gibt folgende Testergebnisse an:

Übelkeit bleibt bei manchen Patienten zeitweise erhalten, wird aber deutlich reduziert

Erbrechen wird bei den meisten Patienten um 75% reduziert. Manche Patienten erbrechen überhaupt nicht mehr

Depression weniger Depressionen. Patienten haben weniger Angst vor Übelkeit und Erbrechen bei weiteren Behandlungen

Anti-Emetika sind bei den meisten Patienten weiterhin notwendig, aber können (per)oral eingenommen und die Dosis reduziert werden

Quelle sowie die gesamte Studie zum Thema Sea Band findet ihr hier: http://www.ebvertrieb.de/downloads/Wissenschaft_Studienergebnisse.pdf

Probieren geht über Studieren. Also ziehe ich mir morgens, ca. 30 Minuten vor der Chemotherapie, die kleinen Armbänder über die Handgelenke und positioniere sie nach Anleitung 3 Finger breit unterhalb der Hand.

Haferflockenmüsli in den Schlot geworfen. Danach geht´s auf in die Klinik, nicht mit meinem Lieblingstaxifahrer. Der ist nämlich grad in der Türkei im Urlaub. Was für eine Geldverschwendung bei 40 Grad – wäre er mal hier geblieben. Hihi. Ich habe mich übrigens trotzdem in die Sonne gelegt, bin auch schon braun geworden. Viele fragen immer: „Darfst du denn auch in die Sonne?“ Die Haut ist durch die Chemotherapie natürlich dünner geworden und es wird einem daher geraten, Sonne zu meiden. Aber wer will schon krank aussehen, wenn man tatsächlich krank ist, und alle anderen aussehen, wie das spaßige Leben? Also JA, ich darf in die Sonne, ich habe es mir erlaubt. Nur in der ersten Woche des Zyklus sollte man es tatsächlich doch ganz lassen. Die Medikamente gepaart mit praller Sonne sind nämlich keine gute Kombi. Und wenn mir eh ein wenig übel ist, dann ist Sonne auch eher unangenehm. Ich creme mich also ein: den kahlen Kopf und Narben mit LSF 50; Gesicht, Oberkörper, Hände und Füße mit LSF 30; Beine mit LSF 20. Taadaaaa, kein Sonnenbrand.

Mein Kreislauf hingegen findet das Wetter gar nicht mal so gut. Wie eine Schnecke schleiche ich durch mein Viertel. Will ja nicht schon wieder für Wirbel sorgen und irgendwo umkippen. Vielleicht haben sich die Leute aber auch schon dran gewöhnt und tuscheln: „Ist das nicht die, die, die letztens umgekippt ist?“ Jap, die bin ich. Von mir aus darf es also gerne wieder ein wenig kälter werden. Lieber Wettergott, bitte nur ein wenig! Mach´ nicht gleich Herbst draus, nicht dass wir uns hier falsch verstehen.

Beim Übertreten der Krankenhausschwelle wird mir nicht, wie sonst für gewöhnlich, übel. Vielleicht Kopfsache. Und wenn schon, mir egal. Schnell an den Cocktail, 4 h Party. Die Sea-Bänder sind sehr eng, meine Hände kribbeln ein wenig. Man darf sie auch nicht allzu lange tragen. Immer wieder mal abnehmen. Ich fühle mich betrunken, wirklich. Als wenn ich voll einen im Turm hätte. Aber übel ist mir nicht. Ich bin froh, als ich Zuhause ankomme und falle ins Bett. Gegen 17:00 Uhr, also ca. 3 h nach der Chemotherapie wird mir wieder leicht übel. Also Sea-Bänder, dann zeigt mal, was ihr könnt. Hilft. Aber nur kurz. Kopfsache? Essen, nur Brot, nichts fettiges. Danach kann ich nur noch ins Bett fallen. Ich fühle mich so wahnsinnig schlapp. Kann mich kaum bewegen. Ich schlafe schnell ein. Das Aufstehen zum Cocktail wegbringen ist eine Qual. Am liebsten würde ich den Weg krabbeln. Das Wetter – seit 5 Tagen über 30 Grad, Ende nicht in Sicht – macht mir wohl zu schaffen. Oder die Erkältung, die ich noch immer habe. Nachdem ich mit Antibiotika behandelt und das Fieber wieder gesenkt wurde, sind zwar nur noch Schnupfen und Husten übrig, aber mit meinen Leukos an der untersten Grenze des Toleranzbereichs dauert die Genesung vermutlich etwas länger.

Am nächsten Morgen geht es mir vorerst besser. Erneut lege ich die Bänder um. Ich habe das Gefühl, dass sie die leichte Übelkeit tatsächlich in den Griff bekommen. Als ich nach der Chemotherapie und 2 Pausen vom Auto zur Wohnung jedoch im Fahrstuhl ankomme und den Geruch eines Männer-Parfums mir in die Nase steigt, muss ich würgen. Aber spucken musste ich nicht. Welch ein Glück. Sea-Band sei Dank?

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Fazit: Ich kann mir noch keine abschließende Meinung dazu bilden und werde es einfach noch etwas weiter testen. Sollte ich zwichenzeitlich feststellen, dass die Dinger absolut nutzlos sind, werde ich ein Update an diesen Artikel anschließen. Ansonsten bleibt es bei meiner subjektiven Einschätzung, dass die Bänder zumindest teilweise zu einem besseren Befinden beisteuern können.

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