10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte 6/10

6/10 Küche vorbereiten – Ernährung in der Chemotherapie

Essen und Trinken sind in der Chemotherapie wichtiger denn je. Ich brauche nun Kraft und muss den Chemococktails und sonstigen Chemiebomben etwas entgegensetzen können. Weil ich häufig müde und kaputt sein werde, sind schnell zuzubereitende Mahlzeiten nun voll mein Ding. Darauf kann ich mich gut vorbereiten, super.

Auf die Verbote, an die ich mich halten könnte, wenn ich denn wollte, pfeiff´ ich übrigens. Im Vordergrund steht, dass ich mich wohl fühle. Wie soll das den ohne Fleisch, Fisch und Käse gehen?  Eben. Geht nicht. Also lass´ ich das und im Zweifel spuck´ ich dann auch gerne von einer fettigen Pizza, als 4 Monate auf sie zu verzichten.

Trinken:
Das ist nun so wichtig. Ich mit meinem 3 Gläsern am Tag muss mir da nun echt was einfallen lassen. Und schleppen kann ich das ganze Zeug auch nicht mehr, wenn ich dann geschwächt durch die Chemo bin. Also decke ich mich vorher ordentlich ein.

Kohlensäure, saure und bittere Sachen sind keine gute Idee. Teste ich immer wieder mal und dann klappt´s manchmal auch, aber ansonsten konzentriere ich mich auf Wasser, Säfte und Tees. Roter Multivitaminsaft von Hohes C gefällt mir gut. Und milder O-Saft von Rewe ist auch lecker. Cola und Kaffee darf ich nicht. In diesem Fall halte ich mich übrigens daran, da es ausreichend leckere Alternativen gibt und damit ich mein Gewissen irgendwie befriedige, mich an irgendein Verbot zu halten.

Pfefferminztee und Traubensaft gekühlt im Mischverhältnis 1:1 ist übrigens mein Geheimtipp, wer den Blog schon ein bisschen verfolgt, weiß das. Vor allem, wenn der Mund wehtut. Kamillen- und Magenfein-Tee habe ich auch im Haus. Braucht man auch immer. Und eine große Kanne. Ständig aufzustehen, um neu aufzusetzen oder einzugießen ist an einigen Tagen eine große Herausforderung. Wenn man eh schon nicht so der Vieltrinker ist, wäre das eine weitere Ausrede, nichts zu trinken.  Also stelle ich mir den Tee oder Saft schon vor der Chemo ans Bett oder Sofa. So kann absolut nichts schief gehen und dass der Tee im Zweifel kalt ist, ist für mich voll ok.

Ernährung:
In der normalen Welt esse ich kein Frühstück – ja, los, verurteilt mich, wie kann man nur, das ist doch die wichtigste Mahlzeit des Tages. Ja, das weiß ich selbst, deshalb esse ich ja auch in der Chemotherapie Frühstück.

Haferflocken, wisst ihr bereits, ist mein Geheimtipp Nr. 2. (siehe auch Ernährung in der Chemotherapie – das was schmeckt, ist gut!) Hält auch lange, wird nicht schlecht, eignet sich daher super. Saure und harte Sachen finde ich mit meiner Mundschleimhaut nicht so gut. Meine Crunchy-Flakes kann ich also nur ab und an mal zum Müsli geben. Ebenfalls ist normale Milch keine gute Idee, weil ich ja Antibiotika nehmen muss. Aber Mandelmilch oder sonstige Alternativen kann ich auch schön auf Vorrat kaufen. Und wenn ich mal nichts da oder keine Kraft habe, etwas zu machen, dann ist zumindest Müsli gesichert. Manchmal esse ich auch Brötchen, dann am liebsten die Sonntagsbrötchen aus der Dose, die sind schön weich.

Auf die richtig schlechten Tage bin ich inzwischen gut vorbereitet. In der Regel klappt alles schon irgendwie, aber manchmal kann man sich einfach nicht aufraffen und dann sollte es so schnell wie möglich gehen und auch noch gut schmecken. Ich habe zum Beispiel immer folgende Dinge im Haus:

  • Hühnerbrühe
    für den 1. Tag jedes Chemotherapie-Zyklus. Nicht, weil ich es so liebe, sondern weil ich Kraft brauche und es schnell geht
  • Nudeln und 4 verschiedene Dosen Sauce / Pesto
    geht schnell und auf eine der Saucen hat man immer Lust
  • TK-Lachs und TK-Gemüse
    geht auch schnell und ist etwas gesunder als die Nudeln
  • Pizza
    für die Tage, an denen ich wenig Appetit habe. So kommt er bestimmt, Pizza geht im Zweifel immer und vor allem easy
  • Eis
    in allen Variationen. Mit den Entzündungen im Mund ist Eis das Beste. Manchmal habe ich 5 am Tag gegessen
  • Wassermelone oder Naschi-Birne
    wenn ich absolut nicht Essen mag, dann gehen die beiden Früchte richtig gut. Enthalten viel Flüssigkeit. Aus dem Kühlschrank kühlen sie zudem den Mundraum und übel wird einem auch nicht
  • Ingwer
    als Wundermittel gegen Übelkeit

Damit ich auch immer genug esse, gucken wir jeden Tag aufs Neue, worauf ich Lust habe. Kurz bevor Schatzi dann Feierabend hat, schicke ich ihm die Einkaufsliste. Das ist zwar aufwendig, aber stellt sicher, dass ich mich in dieser Zeit so ernähren kann, dass ich glücklich bin. Und ich werde nicht müde, zu betonen, wie wichtig dieser Aspekt in der Chemotherapie ist.

Vorher habe ich mir keine Gedanken gemacht, was passiert, wenn ich ans Bett gefesselt bin. Hätte ich mal machen sollen, war dann nämlich doof, so unvorbereitet zu sein. Die Zyklen werden von Mal zu Mal anstrengender und dann habe ich schnell gemerkt, dass ich so ganz alleine zu Hause nicht zurecht komme. Okay, Super-Dad hat´s gemerkt, Vitamin-Mum und Schatzi auch, aber Super-Dad hat mich ermahnt nun keinen falschen Stolz zu haben und so zu tun, als wenn ich das alles allein hinbekomme. Nun ist Vitamin-Mum immer in Woche 1 da, weil da kann ich wirklich nicht. Danach geht´s wieder. Aber das geht nur, weil die selbstständig sind. Was hätte ich denn gemacht, wenn das nicht möglich gewesen wäre. Essen auf Rädern vielleicht, oder mal prüfen lassen, ob mir ´ne Pflegehilfe zugestanden hätte. Vielleicht hätte sich ja auch ´ne nette Nachbars-Omi bereit erklärt, die kochen ja eh immer zu viel oder meine Studentennachbarn hätten halt mal für mich mit einkaufen gehen müssen. Irgendwie wär´s sicher auch gegangen, aber wer Vitamin-Mum kennt, weiß, dass man auf ihr Essen nicht 2 mal verzichtet.

Dass ich nun insgesamt im Umgang mit frischen Lebensmitteln vorsichtiger sein muss, weiß ich . Obst richtig heiß abwaschen, hier tummeln sich ordentlich Bakterien. Fleisch vollständig und unter hohen Temperaturen durchgaren. Saubere Messer und Arbeitsflächen benutzen und verstärkt auf die Haltbarkeit von Lebensmitteln achten. Ich stell´ mich da sonst nicht so an, Schatzi schmeißt Lebensmittel am liebsten schon 3 Tage vor Ablauf des MHD weg, aber überreife Früchte oder Joghurts sind in der Aplasiephase nun tatsächlich nicht gut.

Neben der Vorbereitung der jeweiligen Mahlzeiten sind auch in der Küche als solches Vorbereitungen zu treffen. Genügend #Wischlappen und #Geschirrtücher parat zu haben, zahlt sich aus. Hab´ ich mich vorher also erstmal noch ordentlich eingedeckt. Bakterien kann ich jetzt nämlich nicht gebrauchen, außerdem lohnt sich dann das Waschen bei 90 Grad jetzt erst so richtig. Und dann brauch´ ich noch eine antibakterielle #Seife, die Bakterien zuverlässig entfernt und wenn möglich auch noch meine Hände trockenen Hände pflegt.

Also, bei mir läuft alles nach Plan. Nun seid ihr an der Reihe. Wenn ihr auch noch Tipps habt, die ich noch nicht kenne und hier eurer Ansicht nach fehlen, dann lasst uns gerne daran teilhaben.

Ansonsten wünsche ich Guten Appetit!

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