Welcome back – Übelkeit nach Lillimassaker

Nicht nur ich bin also heil wieder aus dem Urlaub zurück, sondern auch meine Augenbrauen und Wimpern lächeln mich inzwischen wieder im Spiegel an. Nach nun 45 Tagen seit der letzten Chemotherapie zwar noch zaghaft, aber immerhin sind die Wimpern schon wieder unzähl- und tuschbar. Vermutlich M2 Lashes# sei Dank. (RevitaLash# ist übrigens günstiger und funktioniert ebenso gut) An meine langen Wimpern vor der Therapie können sie zwar noch nicht anknüpfen, aber hat ja grad erst angefangen. Meine Haare hingegen sind weiterhin einsame Gefährten, die sich bisher nur einzeln und eher flaumartig auf dem Kopf und auf den Beinen verirren.

Der Urlaub tat mir insgesamt seelisch und körperlich sehr gut. Jedoch hatte ich hin und wieder Probleme, einige Speisen zu vertragen. Am Abflugmorgen reichte schon der Café con leche, -hey, lasst mich bisschen angeben- um die Flughafentoilette gleich 2 Mal kopfüber zu besuchen.

Für Hartgesottene nun aber noch meine Lieblings-Urlaubs-Anekdote, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Es war einmal unser Hotelzimmer, in dem die Warm- und Kaltwasserleitung vertauscht wurden. Für Super-Dad und mich natürlich keine Herausforderung, den Hebel also jeweils in die andere Richtung zu drehen. Unangenehm wurde es nun aber, nachdem ich mir mit Super-Dad die große Fischplatte mit Lilli und ihren Freunden den Mies-, Venus- und Pfahlmuscheln, Klein-Tinti und Groß-Tinti sowie den 8 frechen Scampis geteilt habe und in der Nacht dann 1 h über unserer Toilette hing. (Vermutlich zur Strafe, weil mir das zerstören von Lilli mit dem Scherenbesteck so viel Freude bereitete. Vitamin-Mum dagegen vermutet eine Muschelvergiftung) Da die Toilette aber ja mit warmen -je öfter man drückt, desto heißer wird es- Wasser spülte, hatten wir also auch 6 Tage später noch Freude an Muschelgeruch beim Wasserlassen. An diversen anderen Tagen habe ich fortan für den Kopfüberbesuch also die Toilette im Empfangsbereich des Hotels genommen – leider und noch unergründlich kam das häufiger vor und hält auch zurück zu Hause zumindest mit Übelkeit und Magenkrämpfen an.

Ob mir das nicht peinlich ist, sowas zu erzählen? Hach, und wie, aber nach Fissuren und kahlem Kopf, Schleimhäutebingo und sonstigen intimen Details, hab ich’s doch eh schon überreizt; was soll denn nun noch wirklich „schockieren“?

Horst ist übrigens fast in den Wellen ertrunken und lag auch häufiger mit Sonnenstich und/oder betrunken in der Ecke. Ich habe zwar beschlossen, ihn einfach da zu lassen, aber da mein Koffer deutlich schwerer ist als auf dem Hinweg, vermute ich, dass er sich doch heimlich reingeschmuggelt hat. Ich werd’s wohl bald sicher wissen.

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7 thoughts on “Welcome back – Übelkeit nach Lillimassaker

  1. Hallo,
    darf ich fragen, wie es Dir mittlereile geht?
    Ich bewundere Deinen Elan nach der ganzen Geschichte. Sportprogramm und gleich ne Städtereise.
    Ich selber habe mittlerweile die 6te Runde hinter mir und suche noch meine Leukos zusammen. Jedoch bin ich doch sehr müde und schlapp und froh drüber, dass mein Körper sich jetzt ein wenig erholen darf, egal ob jetzt noch ne Bestrahlung kommt oder nicht. An Sport und große Reisen mag ich noch gar nicht denken.
    LG
    Catrin

    Catrin Antworten

    1. Hallo Catrin,

      Mensch na siehst du, hast du auch den 6. Zyklus endlich hinter dir! Jippi, Zwischenstation geschafft!
      Nach der Chemo ging es mir natürlich auch erstmal wie dir, aber auf die Erholung im Urlaub habe ich mich trotzdem sehr gefreut.
      Mir geht es inzwischen wirklich gut. Ich habe zwar noch immer leichte Probleme, was die Verträglichkeit von Lebensmitteln angeht und ich merke meine körperlichen Grenzen natürlich auch immer mal wieder. Trotzdem merkt man, dass die Medikamente langsam aus dem Körper verschwinden.

      Für die Bestrahlung drücke ich dir alle Daumen, plan´ schon mal deine Belohnung, wenn alles vorbei ist; das motiviert!

      Liebste Grüße,
      Caty

      Caty Antworten

  2. Hallo Caty,
    ich bin nun kurz vor meinem 6. Zyklus (Stadium III-IV) und muss dann nach abschließendem PET-CT noch die Antwort auf die Frage Bestrahlung – ja oder nein abwarten. Aber selbst wenn – auch das ist zu schaffen!

    Wie geht es dir denn mittlerweile? Darf ich fragen, was du gerade so den ganzen Tag machst? Die Frage klingt vielleicht etwas banal, aber ich kann mir momentan das Leben danach noch nicht vorstellen. Mit den Chemo-, Isolations- und Erholungstagen und den ganzen Blutbildkontrollen ist immer was zu tun.

    Hast du dich eigentlich gegen eine Reha-Behandlung entschieden? Ich bin da momentan noch etwas unschlüssig..

    Liebste Grüße,
    Kathi

    PS: Ganz toller Blog! Ich hab mich und viele Situationen wiedererkannt.. Alles Gute weiterhin!

    Katharina Schaumann Antworten

    1. Hallo Kathi,

      da du nicht die Erste bist, die fragt, was ich nun eigentlich mache, hier mein neuer Artikel: http://tage-mit-lilli.de/index.php/2015/10/14/minutenabklatsch-mit-horst-wenn-der-krebs-erstmal-weg-ist/

      Es ist schwer, finde ich. Da ergeht es sicher Jedem anders. Es ist nicht nur das Wegfallen der Termine. Es ist das Wegfallen deines Lebensinhaltes, mit dem du dich 6 Monate intensiv jeden Tag auseinander gesetzt hast.

      Ich habe mich gegen die Reha entschieden, weil ich wegen meiner Fibromyalgie bereits damals in einer war. Mit 14 war ich die jüngste Person, die jemals dort aufgenommen wurde. Mich haben die Fußzonenreflexmassagen, QiGong, Schmerztherapie, Gruppentherapien, Aquagym, Nordic Walking nicht unbedingt weitergebracht. Aufgrund meiner Erfahrungen, will ich nun einfach lieber neben Schatzi aufwachen, mit ihm in die Sauna gehen und mir da meine Kraft hernehmen. Das empfinde ich effektiver, als Seidenmalerei mit „Fremden“. Auch wenn sie vermutlich das Gleiche wie ich durchgemacht haben, ist mir wohler bei dem Gedanken, zu Hause zu sein. Und die psychologische Betreuung durch meine Psychologin steht mir hier auch weiterhin zu.

      Ich drücke die Daumen, dass auch dich eine positive Nachricht erwartet! Aber wie du schon gesagt hast, auch die Bestrahlung schafft man dann noch. Solange man im Kampfmodus ist, schafft man eh alles 😉 Lass mich wissen, wie das Ergebnis ausfällt.

      Liebste Grüße,
      Caty

      Caty Antworten

  3. Hallo Caty!

    Ich wollte dir noch Bescheid geben, wie mein Ergebnis ausgefallen ist. Leider war beim PET-CT noch ein kleines Hodgkin-Restchen zu finden, werden nun insgesamt 15x bestrahlt. Mein Ziel, dass ich mir vor Monaten vorgenommen habe, an Weihnachten fertig zu sein, schaff ich zum Glück trotzdem! Und dann hab ich Ruhe bis Anfang Januar zum 2. Abschluss-PET-CT..

    Ich hoffe, dir geht’s immer noch super!
    Wann sind denn bei dir die Kopfhaare wieder so richtig nachgewachsen?
    Meine wenigen, die die Chemo überlebt haben, fallen jetzt seltsamerweise wieder aus anstatt nachzuwachsen.. Die Wimpern dagegen haben als erstes wieder zum wachsen angefangen..

    Wünsch dir alles Gute weiterhin und schöne Weihnachten!
    Liebste Grüße,
    Kathi

    Katharina Antworten

    1. Liebe Katharina,

      bitte entschuldige meine späte Rückmeldung; leider hat mich der Alltag schon wieder fest im Griff!

      Inzwischen solltest du dir Bestrahlung dann wohl geschafft haben, oder? Wie geht es dir?

      Meine kleinen Haarstoppel sind anfangs auch erst noch teilweise wieder ausgefallen und unter den Achseln habe ich bis heute nur noch 5 Haare :) aber die dürfen gerne wegbleiben. Mein Kopfhaar ist inzwischen sogar dicht und nun schon etwas über 1 cm lang. Nur Geduld, bei mir geht es auch gefühlt wahnsinnig langsam voran.

      Verbring das Fest im Kreise deiner Familie und versuch, das Ende deiner Therapie ein wenig zu genießen!

      Liebe Grüße,
      Caty

      Caty Antworten

      1. Hallo Caty,
        erstmal wünsch ich dir und uns allen ein schönes und vor allem gesundes neues Jahr! :)

        Die Bestrahlung ist nun schon fast zwei Wochen vorbei und mir geht’s sehr gut! Die Bestrahlung war schnell vorbei und ich hatte so gut wie keine Nebenwirkungen. Blutbild war weitestgehend stabil (Leukos sind etwas gefallen, aber nicht schlimm) und die Haut war bisschen empfindlicher, wie bei einem leichten Sonnenbrand.

        Geduld ist so eine Sache bei mir.. 😉
        Langsam habe ich das Gefühl, die Kopfhaare wachsen nach. Es sieht nicht mehr ganz so kahl aus und die restlichen Haare wachsen auch überall nach, wobei es mit den Haaren unter den Achseln und an den Beinen recht zögerlich vorangeht. Dafür freu ich mich umso mehr über die viel dichteren Wimpern als vorher :)

        Ich hoffe, dir geht’s auch gut! Mach’s gut!
        Liebe Grüße
        Kathi

        Katharina Antworten

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