Mein besten Freunde und der Thrombozyten-Eklat

Ins Auto steigen, Intoxicated – das gute Laune Lied vom letzten Mal läuft. Gute Laune. Nachdem ich gestern morgen erst noch das Rundum-Sorgenpaket runtergespielt hatte, (ich fühl´ mich nicht hübsch, ich hab´ ein dickes Gesicht, mir ist schlecht, ich bin schlapp, mir ist schwindelig, ich mag nicht mehr, es wird sicher schlimmer im nächsten Zyklus) habe ich mich dann gedanklich an den Haaren ins Bad geschliffen und mir innere Stärke ins Gesicht gemalt, meinen Bikini angezogen und mich auf den Balkon gelegt. Später sind Schatzi und ich mit meinem Selbstwertgefühl spazieren gegangen und haben ein Eis gegessen, danach Dorade gegrillt und abends konnten wir sogar so spontan sein und mit den Nachbarn – die 3 Studentenjungs, die immer mit vollen Gläsern vor der Tür stehen, in einen Beachclub gehen. Sogar ´ne Weinschorle habe ich mir gegönnt.

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Kortison-Fettmops und der Sieg über die Übelkeit

Ich bin fett! Und krebsrot! Schatzi sagt, er würde nichts sehen. Aber vermutlich nur, weil der Cortisonstempel auf meiner Stirn durch die dicken Hamsterbacken untergeht. Wie soll man sonst nicht wahrnehmen, dass ich aussehe wie ein Michelinmännchen??
Da hab´ ich mich grad sowas wie „angefreundet“ mit meinem kahlen Kopf, nachdem Schnecki ihn gestreichelt hat und gesagt hat, ich wäre trotzdem hübsch und nachdem Fetti sagte: „Hätte ich mir schlimmer vorgestellt“ – frei übersetzt also sowas wie: „Krass, du siehst mega aus!“ – und nun war’s das schon wieder mit den weiblichen Gesichtszügen.

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Ich bin dann mal „out of order“ – Abschied in den 2. Chemotherapie-Zyklus

Erster Zyklus Chemotherapie geschafft! Augenscheinlich lief es ja ganz gut, lief’s tatsächlich. Ich hatte eine tolle letzte Woche, vielen Dank an alle Beteiligten! Hin und wieder war ich mal müde, mal bisschen Kopfweh, Hitzewallungen, Übelkeit. Aber halt eben nur „hin und wieder“. Meine Schleimhäute sind weiterhin sehr trocken, aber schmecken konnte ich die letze Woche gut und das habe ich wahrhaftig ausgenutzt! Calamares bei Vitamin-Mum, Lammfilet und Aperol-Spritz bei Super-Dad, Sushi mit Schatzi, scharfe Scampipizza mit Oma und Opa. Ich sollte die nächsten 2 Wochen ohne Geschmack also verkraften und hoffe, dass er in der 3. Woche wieder da ist.

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Aplasiephase – aber mit der Unterstützung von Guido Mario Kretschmer läuft´s

Da bin ich jetzt also, mitten in der Aplasiephase, man kann auch Neutropenie sagen – wir wollen unseren Wissenshorizont ja stetig erweitern, obwohl ich bis vor kurzem lieber mein Wissen im Bereich Steuern als im Bereich Lymphdrüsenkrebs und Chemotherapie erweitert hätte. Super-Dad sagt nämlich immer, man muss Ahnung von Steuern haben, aber im Moment will Lilli dann doch den größten Teil meiner Aufmerksamkeit. Blöde Morbus-Kuh!

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1. Zyklustag der Chemotherapie – All-inclusive-Urlaub mal anders

08:00 Uhr – ich rufe mir das Taxi in die Klinik. Alleine fahren soll man nämlich nicht. Die Krankenkasse übernimmt den größten Teil der Fahrten, hierzu benötigt ihr lediglich das Rezept von eurem Onkologen sowie die Freigabe der Krankenkasse. Ausstieg an der ontologischen Ambulanz. Und da bin ich dann also, melde mich an – einmal Chemotherapie, bitte – und muss noch kurz im Wartezimmer Platz nehmen. Ich habe große Angst. Ich werde aufgerufen und darf mir einen Platz unter 7 Stühlen – einer ist schon besetzt – aussuchen. Man sitzt sich in 2 Reihen gegenüber – toll anzusehen (Hallo Ironie!). Die Stühle sind elektrisch verstellbar.

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Let´s kill Lilli – BEACOPP eskaliert

Okidoki. Also III.-IV. Stadium mit B-Symptomen und einer kleineren extranodalen Ausbreitung (= außerhalb des Knotens liegend). Lilli macht in meinem Oberkörper mehr als 1/3 aus, sodass man in die „aggressivere“ Form der Chemotherapie rutscht – es erklärt übrigens auch meine starken Schmerzen, weil alles abgedrückt wird. Um das Wochenende vor dem Therapiebeginn zu überbrücken, habe ich vorab noch 40 mg Dexamethason 1 x tgl. (5 x 8 mg) verschrieben bekommen. Cortison kann vorübergehend zu einer Linderung führen.

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