Perücke – Echthaar vs. Kunsthaar

Wer meinen Blog verfolgt hat, weiß, dass mit Abstand das Schlimmste für mich der Haarverlust war. Der Moment, in dem mir die Luft wegblieb und ich drohte umzukippen, ist mir noch immer sehr bewusst. Tage vergingen, bis ich mich traute überhaupt in den Spiegel zu blicken. Und heute frage ich nach 10 Minuten in die Runde, ob ich endlich meine Perücke abnehmen kann. Will ja nicht, dass sich jemand unwohl fühlt, wenn er auf meinen Astralkopf gucken muss. Nach wie vor ist es für mich aber undenkbar, die Wohnung ohne Perücke zu verlassen – no way!

Inzwischen ist das durch meine 3 unterschiedlichen Perücken zwar total verwirrend für die Handwerker vor der Haustür, (Riesenbaustelle für U-Bahn-Tunnel; nein, ich hör´ keinen Baulärm, wohn´ hinten raus) aber schön abwechslungsreich für mich.

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Spieglein, Spieglein an der Wand – Ist mein kahler Kopf der hübscheste im Land?

War ja klar, dass ich den Blick in den Spiegel irgendwann wagen muss. Aber nicht wie geplant mit purer Entschlossenheit, sondern durch einen absolut dummen Zufall. Morgens, wie gewohnt verschlafen, schütte ich Haferflocken, Crunchy-Dinkel-Flakes, meine geliebten Chiasamen und die Mandelmilch in eine Schüssel. Blättere den Sprüchekalender auf der Fensterbank um und freue mich über die positive Weisheit. Ich will ihn abfotografieren, für´s Bloggen später. Kamera an und da bin ich. Oder er. Der kahle Kopf. In meinem Handy. Die Frontkamera war noch aktiv. Habe mit dem blonden, langhaarigen Selbstwertgefühl ja gestern noch Fotos gemacht. Wie dumm ich bin. Ich erstarre erstmal. Langsame Schritte zum Spiegel im Badezimmer. Jetzt will ich´s wissen.

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erneuter Haarbeitrag, diesmal der letzte – R.I.P. geliebtes Haar

Bei all den spaßigen Geschichten, die ich mit meinen Haaren nun noch erleben durfte, bin ich nun, an Tag 14 des Chemotherapiezyklus, den Tränen sehr nahe. Was rede ich, ich schwimme in meinem Meer aus Tränen. Ich stehe morgens schlaftrunken auf, putze meine Zähne, kämme mein Haar. Und da sind sie – nicht mehr auf meinem Kopf, sondern in der Bürste – ganz viele dieser schwarzen Haare. Sie gehören dort nicht hin. Ich will sie auf meinem Kopf behalten. Bei all der Kraft und Stärke, die ich aufbringe, um mich gegen Lilli zu wehren, denke ich, dass sie nun doch sehr nah dran ist, mich von meiner positiven Einstellung abzubringen. Ich fange mich, bin aber noch lange nicht stark genug, die Haare abzurasieren. Was hab´ ich erwartet? Dass dieser Tag kommt, war klar. Aber dass sich Lilli nun wie Miley Cirus auf dem Wrecking Ball räkelt, um mich aus der Bahn zu werfen, hatte ich dann doch nicht erwartet. (für Oma: Miley Cirus ist eine skandalträchtige Sängerin, die ein wirklich obszönes Musikvideo gedreht hat, auf dem sie nackt auf einer Abrissbirne durch´s Bild schwingt – Ja, auch meine Oma liest meinen Blog)

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Haarmission die II. – Hulky & Schatzi und das IKEA-Schneidebrett

10 Tage nach der Chemotherapie habe ich also noch immer keinen gravierenden Haarausfall. Natürlich fasse ich mir schon seit einigen Tagen regelmäßig in die Haare, bin dann aber doch froh, dass es ganz gut hält. Die Freude über meine noch vorhandenen Haare kann Schatzi aber leider so gar nicht teilen, da er schon seit Tagen sehnsüchtig darauf wartet, mir die Haare kurz zu schneiden. Und als dann auch Hulky, Schatzis Bruder, der uns über die paar freien Tage besucht, die Augen bei dem Gedanken leuchten, mir JETZT die Haare zu schneiden, ist mein Widerstand also gebrochen.

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Svetlana aus der Ukraine – Haare färben in der Chemotherapie

Zunächst muss man in der heutigen Zeit wohl klar stellen, dass es sich hierbei um einen nicht rassistischen Artikel halten soll. Da muss man heute ja immer vorsichtig sein, obwohl ich mich dann manchmal schon frage, ob es nicht immer rassistischer ist, wenn man es vorab dann auch noch klarstellen muss.

Aber nun gut, ich bin blond, lange Haare, ohne Pony und zufrieden damit. Ich hatte auch mal pinke Haare, in der Zeit in der man sich mal so richtig austoben wollte oder braune, nach der Trennung meiner Eltern, aber grundsätzlich habe ich blond gefärbte Haare, vorzugsweise aschig, auf keinen Fall gold.

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Perücke – Die Qual der Wahl

Als wenn das nicht alles genug wäre, muss ich mir jetzt auch noch eine Perücke aussuchen. Die erhält man auf Rezept, die Zuzahlungen der Krankenkassen sind jedoch stark abweichend. Erkundigt euch also am besten vorher nach den Vertragspartnern eurer Kasse, denn nur hier werden die Kosten übernommen. Ich habe also 3 Adressen bekommen, fahre zu dem ersten Laden. Es sieht ganz nett aus, hat eine gute Auswahl – aber wie fühlt man sich schon inmitten dieser Haarteile?

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