Medikamente & Helferlein

  1. Schleimhäute
  2. Übelkeit
  3. Schwindel
  4. Wassereinlagerungen

Ich bin weder Arzt noch Medikamentenhersteller. Meine Empfehlungen und Erkenntnisse basieren auf der Beratung durch meine Ärztin oder Apotheker(innen) sowie meiner persönlichen Anwendung und sind ggf. subjektiv. Ferner stehe ich mit den Herstellern der verwendeten Produkte in keinerlei Beziehung und werde für die Nennung der Produktnamen oder Hersteller nicht bezahlt. Bitte beachtet, dass die von mir genannten Medikamente & Helferlein ggf. Nebenwirkungen mit sich bringen können, auf die ich im Einzelnen nicht eingehen kann. Lest euch daher vor der Anwendung unbedingt die Beipackzettel sorgfältig durch und sprecht eine Einnahme immer vorher mit euren behandelnden Ärzten ab.

SCHLEIMHÄUTE

MUND

Haferflocken

Ob würzig oder süß, die Flöckchen sind ein natürliches Wundermittel, um dem Mundraum die notwendigen Schleimstoffe zurückzugeben. Neben den zahlreichen Mineralien (Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kieselsäure, Zink, Mangan und Chrom) enthält es eben solche Schleimstoffe, die einen schützenden Film über die empfindlichen Schleimhäute legen. Haferbrei stärkt außerdem die Nerven, kann sogar beim Drogenentzug helfen, schenkt Wärme und Energie, beruhigt, verbessert den Schlaf, nimmt akute Angstzustände und muntert bei Niedergeschlagenheit auf.

Ich bin jedenfalls begeistert!

Tee
Salbei ist der Klassiker in der Chemotherapie. Je nach Zubereitung wirkt er entzündungs- und schweißhemmend sowie beruhigend auf Magen und Darm. Damit ich ein wenig Abwechslung in der ganzen Zeit habe, habe ich auch mal mit Kamille- oder Pfefferminztee abgewechselt. Entzündungshemmend sind die nämlich alle und welcher Tee am besten hilft, kann ich tatsächlich nicht wirklich sagen.
Pfefferminztee trinke ich häufig kalt, weil es so schön erfrischt und auch den fauligen Geschmack nimmt. An Salbei muss man sich, finde ich, dann doch erstmal gewöhnen.

Eis
Manchmal habe ich einfach 5 Eis am Tag gegessen, weil es gut tat. Auch gefrorene Ananasstückchen sollen den Heilungsprozess beschleunigen und sind wohltuend.

Mundspülung
Ich benutze Salviathymol und bin persönlich happy damit. Es enthält die Wirkstoffe Salbeiöl, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Zimtöl, Nelkenöl, Fenchelöl, Sternanisöl, Levomenthol und Thymol und hilft bei leichten Entzündungen des Mundraums. 2 Minuten lang wird dann mit ca. 20 Tropfen -bei Bedarf auch mehrmals täglich- gegurgelt. Hilft gut und wirkt vor allem gegen den pappigen Geschmack.

Ich habe bei Anwendung der zuvorgenannten Tricks und Mittel keine weiteren Medikament mehr gebraucht. Hilft dir das aber nicht ausreichend, gibt es auch noch deutlich stärkere Mundspülungen, die z.B. betäubende Wirkstoffe enthalten. Scheu dich also nicht, deinem Arzt mitzuteilen, dass deine bisherigen Maßnamen einfach noch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben.

Augen

Meine Augen waren immer wieder mal leicht trocken und haben getränt. Was ich gemacht habe? Nichts. Ich hab´ so viel Medikamente zu Hause stehen und ob mein Auge nun tränt oder nicht, da hatte ich ganz andere Probleme. Kann ich also keine Empfehlung aussprechen.

Nase

Meine Nase hat da wieder deutlich mehr gelitten. Ständiges Laufen, trocken sein, entzündet.

Feuchtigkeitscreme
Da habe ich von La Roche-Posay die Creme Cicaplast Baume B5 genommen, die sehr gut geholfen hat. 
Die Creme enthält hautberuhigendes Thermalwasser und regt die Bildung neuer Hautzellen durch Panthenol, Madecassoside und einem anti-baktieriellen Kupfer-/Zink-/Mangan-Komplex an. Panthenol wirkt zudem entzündungslindernd und beruhigend. Dank Madecassosiden wird die Zellstruktur wieder hergestellt, wodurch die optimale Regeneration der Haut begünstigt wird.

Übrigens:
Ohne weiße Spuren, fettet und klebt nicht
Ohne Parabene
Ohne Duftstoffe
Ohne Lanolin

Vaginal

Feuchtcreme
In der Apotheke wurde mir Vagisan FeuchtCreme empfohlen. Durch den Zusatz von Milchsäure ist die Creme auf einen pH-Wert von 4,5 eingestellt – damit unterstützt sie die Erhaltung eines natürlichen pH-Wertes. Die Anwendung mit der Creme-Spritze ist zunächst zwar merkwürdig, aber daran gewöhnt man sich. Die Creme schafft bei sehr starken Beschwerden schnell Linderung, führt jedoch noch nicht zu einem vollständig zufriedenstellendem Ergebnis. 

Ich bin also noch auf der Suche, und werde euch auf dem Laufenden halten.

Anal

unangenehmes Thema, über das ich gar nicht allzu viel sagen möchte, außer: „Danke für Doloproct und Movicol, ohne euch hätte ich es nicht überstanden!“

Doloproct
Die Creme enthält Fluocortolonpivalat und Lidocainhydrochlorid.
Ersteres wirkt entzündungshemmend und mindert Juckreiz und Schmerzen, Letzteres führt zusätzlich zu einer örtlichen Betäubung.
Die Creme wirkt schnell und unheimlich gut.

Movicol
Verwende ich zusätzlich zu Doloproct. Das Abführmittel erhöht das Stuhlvolumen und weicht den Stuhl im Darm auf, sodass die empfindlichen Schleimhäute beim Stuhgang geschont werden.

feuchtes Toilettenpapier mit Kamille
Ob das nun wirklich was bringt, weiß ich nicht, aber bei den gereizten, trockenen Schleimhäuten fühlt es sich angenehmer an. Wichtig ist, dass es danach trotzdem trocken getupft wird. Permanente Feuchtigkeit sollte nämlich möglichst vermieden werden.

Sitzbäder
Bei Fissuren, die sich leider doch nicht vermeiden lassen, helfen insbesondere Sitzbäder mit Kamille sehr gut, so jedenfalls meine Erfahrung. Auch mit schwarzem Tee sollen die wohl gut helfen. War mir aber zu heikel in der weißen Wanne. Wer übrigens nicht die ganze Wanne befüllen will, sollte sich einfach so ´ne kleine #Sitzwanne gönnen.

Übelkeit

Eigentlich hatte ich damit gar nicht so große Probleme, wie zuvor vielleicht erwartet. Eine leichte Übelkeit lässt sich jedoch nicht vollständig vermeiden. Mit meinen 3 Helferlein habe ich sie doch aber immer recht schnell unter Kontrolle bekommen.

leichte Übelkeit bzw. psychosomatische Übelkeit

Sea-Bänder
Hierbei handelt es sich um zwei Akupressurarmbänder, die ursprünglich gegen Reiseübelkeit konzipiert wurden. Bei den Tests fand man jedoch heraus, dass es gegen jegliche Arten von Übelkeit hilft – auch bei morgendlicher Übelkeit durch die Schwangerschaft und eben gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Jippie.

Einen Erfahrungsbericht über das #Sea Band habe ich zwar nicht gefunden, aber eine wissenschaftliche Studie gibt folgende Testergebnisse an:

Übelkeit bleibt bei manchen Patienten zeitweise erhalten, wird aber deutlich reduziert

Erbrechen wird bei den meisten Patienten um 75% reduziert. Manche Patienten erbrechen überhaupt nicht mehr

Depression weniger Depressionen. Patienten haben weniger Angst vor Übelkeit und Erbrechen bei weiteren Behandlungen

Anti-Emetika sind bei den meisten Patienten weiterhin notwendig, aber können (per)oral eingenommen und die Dosis reduziert werden

Mehr über meine Erfahrungen erfährst du auch in meinem Artikel Sea Band in der Chemotherapie.

leichte Übelkeit aufgrund der Therapie

Odansetron
Odansetron gehört zur Gruppe der Antiemetika, hilft folglich gegen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen.

Ich habe es vorrangig in der Anfangszeit genommen. Die Anwendung als Schmelztablette ist gerade bei bereits vorhandener Übelkeit super gut. Es schmeckt sehr süß, aber nicht unangenehm und hilft wirklich schnell.

stärkere Übelkeit aufgrund der Therapie

MCP AL 10
MCP AL 10 ist extra für die Behandlung in der Chemo- bzw. Strahlentherapie hergestellt worden.

Die Tabletten sind sehr klein, sodass sie problemlos auch bei bereits vorhandener Übelkeit noch eingenommen werden können.

Die Wirkung tritt ebenfalls sehr schnell ein.

Schwindel

Oh man, der Schwindel war wirklich das Nervigste in der ganzen Therapie und ich habe nichts gefunden, was es tatsächlich wirklich verbessern konnte. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass ich zumindest eine leichte Besserung mit folgenden Dingen erzielen konnte:

Wechselduschen

Die beginnt man am besten mit heißem Wasser. Nach ein paar Minuten wird dann zum kalten Wasser gewechselt. Der Wechsel wird nun ein paar Mal wiederholt, bis man den Vorgang mit kaltem Wasser beendet. Übrigens sollte das heiße Wasser wirklich heiß und das kalte Wasser wirklich kalt sein, nur so hilft´s wirklich. (Ältere und gebrechlichere Menschen sowie Leute mit Herzproblemen sollten auf extrem kaltes Wasser verzichten.)

Wer anfangs Probleme mit den Temperaturen hat, beginnt am besten mit zunächst nur mit Händen und Füßen und arbeitet sich im nächsten Durchgang weiter über Arme und Beine, später dann zu Brust und Rücken fort. Der Bauch ist übrigens am empflichsten, deshalb kommt er nach Möglichkeit zum Schluss.

Eisensaft

Der Schwindel ist häufig auch auf den niedrigen HB-Wert zurückzuführen. Deshalb habe ich mir, natürlich wie immer in Absprache mit Frau Dr. Ständig-Lächelnd, einen hochkonzentrierten Eisensaft zugelegt, mit dem ich immer am 4. Tag des Zyklus begonnen habe.

Lecker ist anders, schmeckt ein bisschen nach dickflüssigem rote Beete mit Zucker, aber wenn´s doch hilft. Ist ja auch nicht so, dass man ein ganzes Glas davon nehmen muss, also zack, runter damit.

Wassereinlagerungen

Fette Füße, fette Hände, dicker Bauch und Doppelkinn. Zwar lässt sich leider nicht alles auf eingelagertes Wasser zurückführen, aber Einiges halt eben doch. Ich konnte zwar noch keine Sofort-Hilfe-gegen-Alles-Maßnahme finden, aber war doch recht zufrieden mit der Wirkung folgender Dinge:

Kälteduschen

Hu, das kalte Wasser ist anfangs echt unangenehm und es kostet Überwindung durchzuhalten. Aber es hilft, also Augen zu und durch: Einfach am Knöchel beginnend den Wasserstrahl an der Außenseite bis zum Knie führen, danach wieder langsam zurück zum Knöchel kehren und den Vorgang einige Male wiederholen. Das gleiche dann auf der Innenseite des Beines anwenden. Nach der Kältedusche lege ich meine Füße noch eine Weile hoch und schon habe ich wieder schlanke Füßchen.

Sauna

Das macht man am besten nicht in der Chemotherapie und schon gar nicht während der Bestrahlung. Aber danach geht das gut. Schön Schwitzen, sodass das überschüssige Wasser und alle Chemikalien den Körper verlassen.

Und wenn man richtig Glück hat, dann findet man in seinem Saunaparadies sogar eine Kältesauna. Es mag sich zunächst vielleicht verrückt anfühlen, in einer Kammer mit ca. 100 bis 190 Minusgrad kalter, trockener Luft zu stehen, aber die positive Wirkungsweise ist wirklich überzeugend. Die Kältesauna setzt nicht nur zahlreiche Endorphine frei, sondern verbessert auch die Durchblutung und Sauerstoffversorgung und fördert die
Hormonproduktion. Eine positive Wirkung wurde außerdem bei Depressionen, Rheuma, Gelenkschmerzen, Hautproblemen und Migräne festgestellt. Übrigens verbrennt man bei einem Saunagang von 3-5 Minuten ca. 1.400 Kcal. Holla die Waldfee, wer braucht da noch Sport?

Bei den mit # gekennzeichneten Links handelt es sich um sogenannte „Anzeigelinks“. Das mache ich, damit es für euch leichter ist, die von mir genannten Produkte anzugucken, Preise einzusehen und sie ggf. nachzukaufen.

2 thoughts on “Medikamente & Helferlein

  1. Super Erfahrungsbericht ! Spritzig und auf den Punkt beschrieben. Bin selbst Hodgkins Patient und die Chemo kommt in wenigen Tagen auf mich zu. Werde mir eine Liste anfertigen und ein paar medizinische Helferlein bestellen….

    Nina Pappi Antworten

    1. Hallo Nina,

      ich hoffe, dass dich meine Tipps bisher gut beraten haben.
      Inzwischen bist du sicher im ersten Zyklus und ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du deine Lilli so schnell los wirst, wie ich.

      Fühl dich fest gedrückt.
      Liebe Grüße, Caty

      Caty Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>