Back to myself – Der Blick nach Vorne

Nachdem ich mich einige Wochen zurückgezogen habe, um für eine gewisse Zeit einfach mal nicht über Lilli zu sprechen, zu schreiben, an sie zu denken, überhaupt in irgendeiner Weise mit ihr konfrontiert zu werden, bin ich nun, nach dieser Pause, bereit, mich wieder mit der Vergangenheit und Lilli auseinander zu setzen.

Im Dezember noch drohten mich die Ängste häufig einzuholen. Was ich brauchte war Abstand und wenn man einfach 65 h die Woche arbeitet, gelingt einem das ganz gut. Meine Vorsätze, mehr auf mich und meinen Körper zu achten, musste ich daher erst einmal über Bord werfen. Aber nur so gelang es mir, Abends nicht daran zu denken, was wäre, wenn ich ein Rezidiv hätte, sondern vielmehr daran, was ich morgen noch erledigen muss. Ohne Chemohirn klappt das inzwischen auch wieder richtig gut.

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Weihnachtszeit. Zeit für Besinnlichkeit. Zeit für Flashbacks.

Letztes Jahr Weihnachtsmarkt mit den Girls, Raclettebrot und Glühwein. Dieses Jahr Weihnachtsmarkt mit den Girls, Raclettebrot und Glühwein. Gleicher Stand. Letztes Jahr mit Codeintropfen, Alkoholschmerz und starkem Husten. Dieses Jahr ohne.

Letztes Jahr Plätzchen backen bei mir mit den Pinots. Dieses Jahr Plätzchen backen bei mir mit den Pinots. Letztes Jahr Glühwein mit Schmerzmittel. Dieses Jahr neue Rezepte, Glühwein, ohne Schmerzen.

Letztes Jahr Weihnachtsfeier Restaurant & Club. Dieses Jahr anderes Restaurant, gleicher Club. Letztes Jahr mit Ibuprofen und Champagner, dieses Jahr ohne Ibuprofen, mit Champagner.

Letztes Jahr Husten, Schmerzmittel, Codeintropfen, egal in welcher Situation. Dieses Jahr Husten, Cetebe zum Aufbau meines Immunsystems und heißer Granatapfel. Letztes Jahr Morbus Hodgkin. Dieses Jahr grippaler Infekt.

Letztes Jahr Weihnachten. Unterm Baum materielle Geschenke. Dieses Jahr, materielle Geschenke unterm Baum, das größte Geschenk in mir: Gesundheit.

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Welcome back – Übelkeit nach Lillimassaker

Nicht nur ich bin also heil wieder aus dem Urlaub zurück, sondern auch meine Augenbrauen und Wimpern lächeln mich inzwischen wieder im Spiegel an. Nach nun 45 Tagen seit der letzten Chemotherapie zwar noch zaghaft, aber immerhin sind die Wimpern schon wieder unzähl- und tuschbar. Vermutlich M2 Lashes# sei Dank. (RevitaLash# ist übrigens günstiger und funktioniert ebenso gut) An meine langen Wimpern vor der Therapie können sie zwar noch nicht anknüpfen, aber hat ja grad erst angefangen. Meine Haare hingegen sind weiterhin einsame Gefährten, die sich bisher nur einzeln und eher flaumartig auf dem Kopf und auf den Beinen verirren.

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Ende. Leben, Klappe die II. – Vollremission

Heute ist es soweit: it´s the Day of the Days! 11.09., auch bekannt als 9/11, schon mal kein gutes Omen. 7 Tage habe ich nach dem PET-Scan nun als Heulknäuel hinter mir und hier ist er also, mein Befund: Größenregredienz der bekannten thorakalen Lymphknotenkonglomerate, aktuell ohne Restvitalität.

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PET-Scan – finde ich nicht so „interessant“

Heute war es also so weit: Die Untersuchung, die darüber entscheiden wird, wie es weitergeht, steht an. Die mir hoffentlich sagt, dass Lilli zu großen Teilen tot ist. Meine Krankenkasse war so freundlich und hat mir eine PET-CT-Untersuchung, auch PET-Scan genannt, genehmigt. Da die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) eine der teuersten Bildgebungsverfahren ist, ist das nicht selbstverständlich. Aber diesmal war das Glück auf meiner Seite.

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte – 9/10

9/10 Ich packe meine Tasche und nehme mit…

… mein Handy, ein gutes Buch, meine Tabletten, Kopfhörer, bisschen Geld, Kaubonbons und Salzstangen sowie den Taxitransportschein.
Und stelle fest: die Hälfte fehlt!

Abgesehen davon, dass ich „Port-unfreundlich“ gekleidet bin, ist mein Handy zunächst einmal nicht darauf vorbereitet auch ohne Empfang für ausreichend Unterhaltung zu sorgen. Internetempfang suche ich vergeblich. Manchmal erscheint das „E“, für die ganz langsame Verbindung, oben in der Leiste, aber auch nur wenn ich in Raum 2 auf dem Platz links am Fenster sitze. Meine Musikauswahl ist ohne Internetradio leider völlig überholt.
Nächstes Mal: ziehe ich mich also Port-zugänglich an und downloade zu Hause im WLAN meine Apps & Musik (z.B. Gehirnjogging, Sudoku, #Kreuzworträtsel, Offline Radio, Hörspiele)

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte – 5/10

5/10 Abschiedsparty schmeißen

Oh, gewiss ist mir erstmal nicht nach Party zumute, als ich die Diagnose Morbus Hodgkin erhalte. Hätte mir jemand gesagt: „Und jetzt schmeißt du erstmal ´ne Party“, alter Schwede, dem hätte ich aber ´n Vogel gezeigt! Als wenn ich jetzt nichts Besseres zu tun hätte?!

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte – 3/10

3/ 10 Fragenkatalog

„Haben Sie noch Fragen?“ – „Ähm, nein, danke.“ 
Wie das immer so ist, Hauptsache schnell raus da. Und schon fallen einem gleich 3 ein, die einem in der Nacht noch den Schlaf geraubt haben.
Das geht mir ja schon beim Hausarzt so. Wenn man dann mal da ist, dann hätte man doch am Liebsten gleich auch noch dran gedacht zu fragen, ob er nicht ganz kurz nur einmal einen Blick auf die Nagelhaut oder den einen Leberfleck werfen kann. Aber ist man erstmal im Behandlungsraum, ist man auch schon wieder draußen. Und jetzt habe ich Krebs, das bringt ja irgendwie viel mehr Verantwortung mit sich. Natürlich hab´ ich da Fragen – muss man doch irgendwie, weil es ja schon auch ´ne große Sache ist, oder? Diesmal soll es also nicht so laufen, wie sonst.

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10 Dinge, die man vor der Chemotherapie erledigen sollte – 1/10

Nicht, dass ich behaupten will, dass ich voll die Ahnung davon habe, was zu tun ist. Aber eines weiß ich ganz sicher: die Ablenkung, die meine Lilli-Liste mit sich bringt, ist es allein wert, sie zu lesen und im Zweifel hilft sie dann auch tatsächlich noch weiter. Ich bin planerisch veranlagt, liebe es, Partys zu organisieren; auch beruflich gehe ich möglichst strukturiert vor. Lucky-Grey würde jetzt sicher lachen, denn mein Schreibtisch ist derjenige, der Chaos suggeriert. Schon während meiner Ausbildung war die fehlende Ordnung an meinem Arbeitsplatz einer der wenigen Kritikpunkte – ich wollte daran arbeiten, wirklich, aber dahinter steckt ein ausgetüfteltes System. Ganz sicher. Irgendeins halt. Fragt jetzt nicht welches. Das lenkt vom Thema ab.

Chemotherapie also. Tausend Dinge, die auf einen einprasseln, Millionen Fragen, die sich ergeben und es scheint niemanden zu geben, der einen dort abholen kann, keinen Leitfaden, wie vorzugehen ist. Das versetzte mich in Panik.

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Wir haben die Wahl, ein Leuchtmensch zu sein – Psychoonkologie

Ich brauche keinen Psychodoc. Danke, aber die sind für Leute, die kaputt sind. Und kaputt bin ich nicht. Ich halte auch nicht viel von denen. Vielleicht verständlich, wenn man bedenkt, dass ich während der Fibromyalgie ständig neu durchleuchtet wurde, weil man nicht wusste, was ich überhaupt hatte. Findet man nichts Physiologisches, ist´s wohl der Kopf, der einem Ärger macht. Also einfach noch ein psychologisches Gutachten erstellen, irgendeiner wird schon sagen: „Jap, die hat einen weg!“

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